Glauben

Manchmal beneide ich die Gläubigen. Sei es ihr Glaube an Gott oder etwas anderem. In Zeiten der Not haben sie immer jemanden bei sich oder etwas, woran sie fest halten können, das ihnen Mut gibt und sie stärkt, ihnen Kraft und Trost spendet.

Und dann gibt es Tage, an denen ich nur den Kopf über so viel Dummheit schütteln kann. Dann verziehe ich immer ertappt den Mund und ermahne mich, immer tolerant anderen gegenüber zu sein.

Ich selber bin Atheist. Ich glaube nicht an Gott. Ich stelle sogar seine Existenz in Frage. Das Universum und alles dazu ist einfach ein Produkt eines unkontrollierten Zusammenstoßes von Teilchen und der daraus resultierenden Explosion. Reiner Zufall. Und irgendwann kühlte sich einer der Planeten ab und das Universum hatte sich soweit eingependelt, dass sich Leben bilden konnte, dessen Grundlage ebenfalls reinzufällig ist. Naturgesetze sind einfach irgendwann entstanden. Sie hätten auch anders lauten können. Das ist meine Ansicht. Das Leben hat keinen Sinn. Wer ohne Sinn nicht leben kann, soll sich bitteschön einen suchen.

Aber wenn ich dann alleine bin und ganz dringend Hilfe benötige, dann erwische ich mich des Öfteren, wie ich ein kleines Stoßgebet gen Himmel sende. Still und klammheimlich. Und dann wünsche ich mir, dass es dort oben wirklich jemanden gibt, der mich hört und mir hilft.

Nur dass mir mein Kopf sagt: Du spinnst!

Nicht zu glauben hilft mir nicht, aber glauben kann ich auch nicht, ich empfinde es als lächerlich und hilft mir daher auch nicht.