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Spuk in Hill House

 


The Haunting of Hill House – Season 1

Kategorie: Serie

Season: 1 von 1

Produzent: Amblin Television, Paramount Television, Intrepid Pictures

Regisseur: Mike Flanagan

Drehbuch: Mike Flanagan, Meredith Averill

Jahr: 2018


 

Allgemeines

Es handelt sich bei The Haunting of Hill House, oder auch Spuk in Hill House, um eine Romanverfilmung von Shirley Jackson’s The Haunting of Hill House. Das Buch habe ich leider noch nicht gelesen, steht aber noch auf meiner Liste.

Die Serie umfasst eine Season über 10 Folgen und ist damit abgeschlossen. Es handelt sich dabei um eine Produktion von Amblin Television, Paramount Television und Intrepid Pictures. Ausgestrahlt wurde die Serie auf Netflix.

 

Plot

The Haunting of Hill House wird schon seit einiger Zeit in den Medien und im speziellen in den Social Media gepriesen als DER Horror schlechthin. Man liest, wie sich Zuschauer übergeben mussten und nachts nicht mehr schlafen konnten. Twitter war voll mit solchen Berichten. Als eingefleischter Horrorfan musste ich mir diese Serie also anschauen.

Die Story selber fand ich dabei gar nicht so uninteressant. Ich würde sie allerdings in das Genre des Dramas packen. Es geht in der Geschichte um fünf erwachsene Geschwister, die in ihrer Kindheit einen Sommer lang in Hill House verbracht haben, in dem schreckliche Dinge passiert sind. Durch den Tod des jüngsten Geschwisterkindes in der Gegenwart treffen sich die Geschwister wieder und der Zuschauer wird nach und nach durch das Leben jeder Person sowohl in der Gegenwart als auch in der Vergangenheit geführt. Aus dem Puzzel von Erinnerungen und aktuellen Geschehnissen ergibt sich dann am Ende der Serie ein ganzes Bild. Und obwohl mehrere Geschichten über verschiedene Zeitspannen parallel erzählt wurden, bin ich zu keiner Zeit durcheinander gekommen. Mir haben die Überleitungen sehr gut gefallen und waren m. M. n. immer passend in den Plot integriert.

Wer jetzt aber in dieser Serie Horror sucht, sucht vergebens. Es gibt ihn quasi nicht. Insgesamt gab es im gesamten Handlungsverlauf genau einen Jump-Scare, der auf mich aber auch nicht wirklich lange nachgewirkt hat. Horror muss allerdings nicht zwingend der klassische Jump-Scare-Horror sein. Er kann auch anders wirken, indem er die Ängste der Zuschauer anspricht und sie in einen Zustand der Panik bringt. Hier bin ich schon sehr bemüht etwas in der Richtung zu finden. Natürlich ist die Vorstellung einen geliebten Menschen zu verlieren für die meisten von uns der blanke Horror. Auch die Umstände in der Serie, die zum Tod von Personen führen, sind sicherlich zu berücksichtigen. Doch es handelt sich hier um Ausnahmen. Ansonsten müsste jeder Krimi, jeder Thriller, jedes Drama auch gleichzeitig zum Horror-Genre gehören. Ein richtiger Horrorfilm ist eine aneinander Kettung von angsteinflößenden Szenen, die nur gelegentlich von harmloseren Szenen unterbrochen wird und vornehmlicher der Plot-Entwicklung (und zum Durchatmen für den Zuschauer) dienen. Auch finde ich, kann die Serie nicht als Psychothriller durchgehen, dafür fehlt ihr m. M. n. der für einen Thriller typischen Spanungsbogen. So geht sie bei mir maximal als Grusel-Serie durch. Und das auch nur gelegentlich. Das Grauen steckt hier vielmehr in der Erwartung, die man an den Film hat. Die zuvor erwähnte Atmosphäre lässt manches Mal etwas erwarten, was dann aber leider nicht eintritt.

Das Ende fand ich übrigens doch überraschend. Ich dachte, die Story würde mit einem Schock enden, dass es kein wirkliches Happy End geben würde. Ich habe bis zur letzten Sekunde gewartet, bis der Abspann kam. Aber Nein. Ende gut, alles gut. Was mich für die Charaktere natürlich freut, die bereits ihr Leben lang gelitten haben. Aber als Zuschauer einer Serie, die als Horrorschocker angepriesen wurde, war ich vom Ende enttäuscht. Ich habe einen Knall erwartet. Etwas, das im Gedächtnis bleibt. Eine Überraschung. Aber Fehlanzeige. Es gab ein Happy End. Langweilig.

 

Schauspieler

Die Schauspieler finde ich gar nicht so schlecht und insgesamt passend zu den Charakteren gewählt.

Elisabeth Raser (in der Serie Shirley) hätte stellenweise etwas ausdrucksstarker agieren können. Ich hatte zeitweise das Gefühl, an ihrer Mimik tue sich gar nichts. Den Charakter selber empfand ich teilweise sogar nervend und störend, hielt sich aber m. M. n. noch in Grenzen.

Gut gefallen hat mir Thimothy Hutton, der als Vater später in der Gegenwart aufgetreten ist. Ich habe ihm seine Rolle abgenommen und konnte mich gut in die Situation hineinversetzen. Ich fand sowohl Schauspieler als auch den Charakter sympathisch, auch wenn sich diese Sympathie erst im Laufe der Geschichte entwickelt hat. Genau so mag ich es aber gern, ein Charakter, welcher einen später noch überraschen kann.

Etwas enttäuschend fand ich Michiel Huismann in der Rolle des Steve Crain. Wo ich zunächst mich noch gefreut habe den Game of Thrones-Schauspieler in dieser Serie bewundern zu dürfen, musste ich dann doch feststellen, dass mir die Rolle nicht zugesagt hat. Ich verstehe, dass auch ein solcher Charakter, welcher der Familiengeschichte mit ihren Skandalen und Geschichten eher kritisch, wenn nicht sogar skeptisch, gegenübersteht, selber aber in seinem Leben nichts auf die Reihe bekommt, sich gut in der Geschichte macht. Man mochte gewisse Klischees in der Familie unterbringen und da passt eine solche Persönlichkeit gut rein. Insgesamt war mir das aber alles „zu dünn“. Ich bin mir unschlüssig, ob das an der vielleicht schlechten Umsetzung des Schauspielers liegt und dieser die Rolle einfach nicht richtig für mich transportieren konnte. Oder ob der Charakter einfach für mich nicht überzeugend ausgearbeitet wurde. Lediglich in der letzten Episode hat er ein paar Punkte wieder wettmachen können. Vielleicht lag das auch an meiner Erwartungshaltung an den Schauspieler.

 

Fazit

Kann ich die Serie jetzt empfehlen? Für eingefleischte Horrorfans, die auf der Suche nach einem Titel in diesem Genre sind, auf keinen Fall. Horror wird hier nicht geboten. Es handelt sich vielmehr um ein Drama mit Grusel-Elementen, die man sich aber durchaus einmal anschauen kann – sie ist ja auch nur 10 Folgen lang.

 


 

Fun Fact: In (fast) jeder Episode gibt es Geister zu entdecken, die die Macher heimlich integriert haben. Mich würde interessieren ob ihr (alle) Geister gefunden habt? Ich habe mich wirklich angestrengt und mir manches Mal einen eingebildet – glaube ich. Nur einen habe ich mit Sicherheit gesehen. Und wie hat euch eigentlich die Filmmusik gefallen?

 

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